Preise Feuershow

Wie setzt sich der Preis für eine Darbietung zusammen?

  1. Verbrauchsmaterial (Fest- und Flüssigbrennstoffe, Dochtbänder, Requsiten, Bühnenbild und Kostüm)
  2. Lagerhaltung und Instandhaltungskosten
  3. Produktionsvor- und Nachbereitung
  4. Transport, Logistik und Anfahrt
  5. Produktionsabwicklung
  6. Werbungskosten
  7. Künstlergage
  8. Sozialabgaben
  9. Umsatzsteuer, Einkommensteuer

Warum gibt es Anbieter die eine Feuershow für 150,– € anbieten können?

Das Ausüben eines Hobbys ist in der Regel mit Kosten verbunden. Wenn ein Jongleur diese Kosten durch eine unregelmäßige  Nebentätigkeit refinanzieren kann, ist das für ihn sicherlich erfreulich. Vermutlich wird er diese Einkünfte nicht beim Finanzamt angeben und dieses vielleicht auch gar nicht müssen. Darüber hinaus wird er seine Sozialversicherung über eine andere Tätigkeit abdecken … und hat damit schon einen ganzen Teil an Ausgaben eingespart. Weiter gilt dann natürlich auch, das besagter Akteuer seinen Lebensunterhalt nicht über die Ausübung seiner künstlerischen Tätigkeit abdecken muß, da er einer Beschäftigung nachgeht, die es ihm gestattet ein schönes Hobby zu haben. All das führt  unseren Hobbyisten zu der Annahme den neuen Reichtum erwirtschaftet zu haben, da sämtliche Einnahmen ohne Abzüge sein Zusatzverdienst sind.

Warum kann ein Profi keine Shows für 150,– anbieten? 

Als Artist sind sie Saisonarbeiter. Sie verdienen dann Geld, wenn andere Feiern. Das findet in der Regel am Wochenende statt. Warum das wichtig ist? Weil sie damit an maximal 104 Tagen im Jahr abrechenbare Leistungen für ihre Kunden erbringen können. Dann haben sie ja 2/3 des Jahres frei? Na denkste, im Allgemeinen gilt zwar: „wer üben muß der kann nix“ aber ganz so easy läuft das Business dann doch wieder nicht. Bei einem Trainingspensum von mind. 3 Std. täglich ist man schon einige Zeit beschäftigt. Und den Rest des Tages haben sie dann frei – so gut wie sie hätte ich das auch gerne mal! Hört sich super an oder? Wenn da nicht noch die Sache mit der Büroarbeit, die Steuererklärung, die zu schreibenden Angebote, die anzurufenden Kunden, die Pflege der Webseite und das Bauen und Reparieren  der Requisiten wäre.

So, Zahlen auf’n Tisch: abhängig davon, wie viel so’n Profi unterwegs ist fallen incl. Fahrtkosten um die 1000,–€ / Monat oder mehr an Ausgaben an. Dazu wohnt der Künstler vielleicht sehr günstig für 300,00 € und isst vielleicht sehr wenig und zahlt dafür nur 100,00 € / pro Monat. Dann steht der Tacho zu Silverster bei 16.800,00 €. Wenn wir diese durch 104 mögliche Auftrittstermine teilen, komme ich schon mal bei 161,54 € raus.

Im Fall unserer Beispielrechnung  kommt der Künstler natürlich nackt, da wir Geld für Bekleidung nicht mitgerechnet haben. Kinder hat er auch nicht, weil er sich die nicht leisten kann. Krank wird er natürlich auch nicht – weil er sich auch das nicht leisten kann, da wir die Krankenversicherung noch nicht bezahlt haben. Aus dem gleichen Grund wird er auch nicht alt, weil er auch für Rente kein Geld da ist.

Ohne auf die Tränendrüse drücken zu wollen, kann ich mit 100,00 € für Lebensmittel im Monat nicht überleben und Hosen trage ich incl. Unterhosen auch gerne und damit ist vielleicht auch klar geworden warum ein Profi kein Geld mit zu ihrer Veranstaltung bringen kann und möchte.

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